Zwerge Die Tage werden kürzer, Blätter fallen, viele Tiere verkriechen sich und das Leben zieht sich zurück in die Erde. Es ist Herbst. In dieser Zeit wird es im Haus umso lauschiger. Im Kindergarten warten nun alle auf Tuck, unseren Zwerg, der jedes Jahr im Herbst in die von den Kindern selbstgebaute kleine Höhle aus mitgebrachtem Moos,Wurzeln, Ästen usw. einzieht. In der Werkstatt entsteht aus einem Aststück ein Tisch…oder ist es doch ein Hocker? Eine kleine Laterne wird aufgehängt und dann warten wir … und warten…und warten… …und eines Morgens ist er endlich da: Tuck! Zum Frühstück bekommt er Brotkrümel aus Eichelhütchen und wird von den Kindern liebevoll in seiner Höhle umsorgt. Jedes Wochenende (bis Weihnachten) begleitet er in seinem Reisekörbchen ein Kind aus der Gruppe mit nach Hause und kommt montags zurück. Dieser Brauch ist mir vertraut aus der Arbeit im Waldorfkindergarten. Zwerge sind Wesen, die wir mit Erde, Wurzeln und Steinen in Verbindung bringen. Sie hausen unter den Wurzeln und kümmern sich um die Gesundheit der Erde. In meiner Arbeit mit Kindern finde ich diesen Brauch deshalb so wichtig, weil man ihnen auf diese Art und Weise eine lebendige Beziehung zur Natur, zur „Mutter Erde“ ermöglicht. Auch gerade in einer Zeit, in der die Natur geprägt ist von Veränderung, Vergehen und Rückzug. Kinder empfinden die Welt um sie herum noch als beseelt. Jedes Ding hat sein Eigenleben. Und genau dort, in dieser gefühlsorientierten Welt, die noch voller Magie ist, sollten wir sie abholen und sie nicht schon zu früh mit kognitiven und trockenen Erklärungen über Sachverhalte überfordern. Wenn wir Kindern ermöglichen, ihre natürliche beseelte Beziehung zur Natur zu pflegen, diese wertzuschätzen und zu lieben, dann werden sie diese auch schützen, behüten und pflegen, weil sie die Chance hatten, ein Gefühl der Verbindung zur Natur zu entwickeln. 
"Zwergenwippe"
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